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Die Angst des Egos

Es gehört zur Dynamik des Egos ständig kämpfen und kontrollieren zu müssen. Getrennt von dem Rest der Welt hat es Angst überwältigt zu werden. So entwickelt es Überzeugungen, Denkmuster und Konzepte, die seiner Angst und dem Drang nach Sicherheit entspringen. In der Folge richtet das Ego große Teile seiner Kraft und seines Denkens darauf aus, sein Selbstbild abzusichern. Resultat sind klassische psychiatrische Symptome wie Angst, Depression, Zwang und Wahn.

 

Gefangen im Denken: Die Gedanken sind frei. Doch das Ego schafft es, den Menschen in seine Art zu denken einzusperren. Der Kopf wird somit zum virtuellen Gefängnis des Denkers. Wenn das Ego nachdenkt, sucht es nicht nach Wahrheit. Vielmehr verleitet es den Menschen sogar dazu, genau diese zu umgehen. Statt wahrzunehmen, was wahrnehmbar ist, drehen sich die Gedanken im Kopf und lassen den Menschen nicht zur Ruhe kommen. 

 

Das Gedankenkarussell: Wenn das Gedanken-Karussell erstmal im Gang gesetzt ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Suche im Kopf eher mit Vermeidung beschäftigt. Das Denken dient dann nicht der Erkenntnis und dem Wissenserwerb, sondern dem Versuch, das Bewusstsein des Menschen zu verengen.

 

Und das macht Angst …


Das System der Angst

Angst fragmentiert die Psyche: Es ist ein klassisches Werkzeug die Psyche durch Angst zu fragmentieren. Denn dadurch lässt sich die Psyche leichter manipulieren. Mit dem Schüren von Angst z.B. durch die Medien ist der Mensch nicht in der Lage sich zu konzentrieren, was wiederum zu Stress und noch mehr Angst führt. Und ist das Gehirn erstmal mit Angst- und Zwangs-Gedanken aufgefüllt, neigt es dazu durchzudrehen und paranoide Ideen zu entwickeln. Diktatorische Regime sind ein gutes Beispiel für solche wild gewordene Gehirne.

 

Ängste werden wahr: Wir tendieren dazu unserer Ängste wahr werden zu lassen, weil wir permanent darüber nachdenken, was passieren könnte. Durch das darüber Nachdenken und Fokussieren erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, dass genau das eintritt, wovor wir Angst haben. Meist ist die Angst das Problem. Wenn man sie auflöst, löst sich auch das Problem.

 

Angst vor der Wahrheit:
Doch viele Menschen wollen ihre Ängste nicht tiefgründig erforschen. Denn umso tiefer die Gründe liegen, umso fundamentaler sind sie. In der äußeren Welt zeigen sie sich nur an der Oberfläche, doch die Wurzeln gehen deutlich tiefer. Teilweise reichen sie auf eine Ebene deren Ergründung so angstbesetzt ist, da sie ein ganzes Glaubenssystem betreffen würde. Herauszufinden, dass etwas falsch ist, woran man z.B. sein Leben lang geglaubt, ist für viele nicht ertragbar.

 

Angstbesetzte Glaubenssätze: Ängste sind wiederum die Ursache für die meisten unserer Glaubenssätze. Menschen mögen es nicht, wenn wir uns in Ungewissheit bezüglich einer Thematik befinden. Wenn wir also ein Thema haben, das wir für wichtig halten, bezüglich dem wir aber nicht sicher Bescheid wissen und die Wahrheit diesbezüglich auch selbst nicht herausfinden können, dann erfindet der Durchschnittsbürger einfach eine Erklärung und übernimmt diese als festen Glaubenssatz in sein Weltbild. So muss der nicht weiter darüber nachdenken.

Und umso älter ein Mensch ist, umso mehr er in ein System investiert hat, umso schwerer fällt es ihn bestimmte Annahmen und Glaubenssätze loszulassen. Ob nun der Glaubenssatz positive oder negative Auswirkungen hat, ist in diesem Moment erst mal egal. Hauptsache sie können das Thema damit erstmal abhaken. Auf diese Weise verdrängen viele Menschen Themen, die eigentlich einen Paradigmen-Wechsel hervorbringen könnten.

 

Angst vor Neuem: Das Ego hat Angst vor Neuem (Neophobie), was dazu führt, dass sich der Mensch nicht weiterentwickelt. Die Wahrnehmung neuer Realitäten ist für das Ego so unangenehm und bedrohlich, was mit seinem Selbst- und Weltbild zusammenhängt. Anstatt zu erkennen, dass das Unangenehme keine Eigenschaft der Wirklichkeit, sondern Ausdruck der inneren Haltung gegenüber den Dingen ist, wertet es sie als schlecht, falsch oder sogar gefährlich ab. Neophobie steht auch in engen Zusammenhang mit dem Konsum von Massenmedien und der Boulevardpresse. Menschen, die viele negative Nachrichten konsumieren oder verblödende Sendungen anschauen, werden in gewisser Weise darauf desensibilisiert und haben dann die Tendenz auch andere in den negativen Sog hineinzuziehen.

  

Durch den Medienentzug hingegen wird man auf vielen Ebenen feinfühliger. Man schaut mehr in seiner unmittelbaren Umgebung und verändert die Dinge dort – vor Ort. Insgesamt kann man sagen, dass das Leben dadurch reicher und erfüllter wird.