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Entwicklungsphasen: Vom Ego zum Selbst

Wie weit eine Seele auf Erden fortschreitet, wie weit sie sich entfalten kann, hat mit dem Bewusstseinsstadium des Menschen zu tun. Vereinfacht lässt sich Entwicklung des Menschen auf der Erde in folgende Phasen einteilen:

 

1. Phase der Unschuld 

2. Phase des Egos (Ego-Bewusstsein)

3. Phase der spirituellen Sinnsuche & Krisen

4. Orientierungsphase: Spirituelle Erfahrungen & Persönlichkeit

5. Phase der Integration: Außersinnliche Phänomene & Erdung

6. Phase der Selbstermächtigung: Seele & Schattenarbeit

7. Phase der Selbstbefreiung: Das göttliche Kind

8. Phase der zweiten Unschuld (Herz-Bewusstsein)


1. Phase der Unschuld:

  • Paradies
  • Geburt des Kindes,
  • Erinnerung an die Einheit
  • ICH,
  • Ausprobieren,
  • Erfahrung sammeln,

Wenn das Kind nach der Phase der Unschuld in das Ego-Stadium übergeht, trennt es sich von der Einheit. Parallel zum Erwachen seines Ich-Bewusstseins entwickelt es dann das Ego. Obwohl das Ego ein wichtiges Werkzeug zu Beginn des Lebens ist, ist seine Entwicklung nicht der Weisheit letzter Schluss; vor allem dann nicht, wenn es als alleiniges Prinzip das persönliche Handeln bestimmt.


2. Phase des Egos (Ego-Bewusstsein)

  • Unbewusst, trennend (Trennungsschmerz)
  • Macht, Ohnmacht (s. Artikel: Egospiele)
  • kampfbereit, kontrollierend, kopfgesteuert

Auf der Bühne des Egos: Die Hochburg des Egos ist der Narzissmus. Narzissmus ist in unserer Gesellschaft und Kultur ein weit verbreitetes Problem. Er entfaltet sich am besten dort, wo Leistung und Status hoch bewertet wird. Es macht also keinen Sinn, wegzuschauen. Wir alle sind mittendrin.

Weckruf:  „Es ist kein Anzeichen von seelischer Gesundheit sich an eine zutiefst gestörte Gesellschaft anpassen zu können“. (Jiddu Krishnamurti)

 

Im Bild:  "Vorreiter USA"

Donald Trump spiegelt das Volk

und das Volk spiegelt ihn.

 

 

 

Schocktherapie rüttelt Menschen auf: Es mag auf den ersten Blick vielleicht nicht so erscheinen, doch die Bewusstwerdung über eine ganze narzisstische Gesellschaft führt auf den schnellsten Weg zu geistiger, innerer Klarheit und zum Erwachen. Durch den Schock und das Zusammenstoßen mit aggressiven und unkooperativen Ego-Energien, werden Menschen wachgerüttelt und aufgefordert ihre eigenen, dunklen Schattenaspekte in sich zu erkennen. Vorausgesetzt: sie projizieren sie nicht weiter nach außen - auf andere - im Erschaffen von neuen Feindbildern. Dann ist die Phase des Egos noch nicht vorbei (s. Artikel: Schattenprojektionen).

 

Am Ende der Ego-Phase: Menschen am Ende der Ego-Phase, werden immer unzufriedener mit dem was das Ego zu bieten hat. Die Machtkämpfe des Egos verlieren für sie an Bedeutung - ja, sie langweilen sie sogar. Dadurch kehrt in ihnen eine innere Leere ein, die oft sehr unangenehm sein kann, auszuhalten.


3. Phase der spirituellen Sinnsuche & Krisen

  • Ausgangspunkt:  "Was soll ich noch hier?"
  • Wandlungsschritte des Egos,
  • Erschütterung, Verwirrung,
  • Sinnsuche
  • Allmähliches Erwachen

Auf der Suche: Menschen in der Übergangsphase zum Erwachen durchlaufen oft eine Phase der Verwirrung, Orientierungslosigkeit und des tiefen Schmerzes. Da die alten Ego-Energien mehr und mehr absterben und die Identifikation mit dem Ego nachlässt, wissen sie oft nicht mehr was sie tun sollen oder wohin sie gehören. Viele begeben sich dann auf die Suche nach dem Lebenssinn, stellen sich die großen Fragen, wie "Wer bin ich?", "Woher komme ich", "Was ist meine Aufgabe" ... - doch nicht selten führen solche Fragen in eine spirituelle Krise. 

 

Die Bedeutung von spirituellen Krisen: Eine spirituelle Krise kann man auch als seelische Krise verstehen, doch im Gegensatz zu einer “normalen” Krise verändert sich danach der Mensch in radikaler Weise. Auf der Suche nach den Sinn kommt der Suchende in Berührung mit spirituellen Dimensionen, die er bisher nur erahnt hat. Dadurch kann sich mit einem Schlag seine bisherige Weltsicht ändern, was sehr beängstigend und verwirrend sein kann. Die eigene Identität loszulassen, das Ego für das große Selbst aufzugeben ... das fordern viele Traditionen, was häufig zu schmerzhaften Prozessen führt ... Willst Du das?

 

Anmerkung: Spirituelle Krisen müssen jedoch nicht immer dramatisch verlaufen, sie können auch sehr sanft auftreten in einer allmählichen Veränderung der Lebensanschauung und Gottesvorstellung. Doch es ist ebenso gut möglich, dass sie sich in seltsamen Erfahrungen äußern, die wir mit unserem Verstand nicht einordnen können.


4. Orientierungsphase: Spirituelle Erfahrungen & Persönlichkeit

  • Auf dem Weg: "Wo soll ich hin?"
  • Persönlichkeitsstruktur
  • spirituelle Erfahrungen & außersinnliche Phänomene
  • Herausforderung: Gefahr der Vermischung
  • Erkennen und richtig einordnen

Die Persönlichkeit: Spirituelle Erfahrungen treffen in uns auf eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur - auf unsere Prägungen. Und durch die Brille unserer Persönlichkeitsstruktur interpretieren wir dann wiederum die spirituellen Erfahrungen.

 

Behindernde Ego-Anteile: Wenn wir beispielsweise ein sehr zweifelnder Mensch sind, könnte es passieren, dass wir eine tiefe spirituelle Erfahrung einfach als Einbildung abtun. Oder wir flüchten in den Kopf, lesen viele Bücher dazu, rationalisieren, analysieren - bis am Ende nur noch ein verzerrtes Bild der Realität übrig ist. So rücken einzelne Ego-Anteile wieder in den Vordergrund. Doch die Erfahrung ganz leugnen, kann das kleine Ego nicht mehr, denn es befindet sich schon auf dem Weg. 

Spirituelle Erfahrungen lassen sich folgendermaßen unterteilen: 

  • in subtile Erfahrungen: damit sind energetische Empfindungen und außersinnliche Wahrnehmungen gemeint, und
  • in transpersonale Erfahrungen, wie Frieden, Liebe, Verbundenheit, Erfahrungen der Schöpferkraft oder des Urgrunds

Durch eine spirituelle Praxis können energetische Empfindungen, wie beispielsweise ein inneres Strömen, ein Pulsieren, die Erfahrung von einem Energiefeld, einem Licht oder das Empfinden von Hitze oder einem Stechen, auftreten. Diese Empfindungen lassen sich aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht erklären und entsprechen auch nicht den psychosomatischen Symptomen. Diese Phänomene können zum einen als sehr angenehm und ekstatisch oder zum anderen auch als unangenehm und lästig empfunden werden.

 

Richtig einordnen: Die Herausforderung hierbei ist nun, die energetischen Empfindungen als solche zu erkennen, sie angemessen zu interpretieren - sie also weder für die Erleuchtung zu halten, wenn es sich bspw. um eine Lichterfahrung handelt, noch sie zu bekämpfen, wenn sie unangenehm sind. Gleichzeitig sind wir gefordert, sie steuern zu lernen, d.h. lernen, sich ihnen bewusst zu- und abwenden zu können. Gelingt diese Integration nicht, können - abhängig vom jeweiligen Ich-Strukturniveau - krisenhafte Symptome auftreten, wie z.B. das sogenannte "Kundalini-Syndrom".


5. Phase der Integration: Außersinnliche Phänomene & Erdung

Neue Wahrnehmungen: In der indischen Tradition werden außersinnliche Phänomene "Siddhis" genannt. Manchmal werden sie als Anzeichen einer spirituellen Fortentwicklung missverstanden. Doch sie sind lediglich Begleiterscheinungen auf dem spirituellen Weg. Außersinnliche Wahrnehmungen beziehen sich auf Wahrnehmungen außerhalb des Individuums. Folgende Phänomene werden darunter verstanden: 

  • Synchronizitäten: eine scheinbar zufällige Gleichzeitigkeit von zwei unabhängigen Ereignissen mit ähnlicher Qualität
  • Déja-vu-Erlebnisse: der Eindruck, diese Situation schon einmal erlebt zu haben.
  • Präkognition: ein intuitiver Eindruck über ein Ereignis, das noch in der Zukunft liegt.
  • Hellsichtigkeit: ein intuitiver Eindruck über ein Ereignis, das an einem anderen Ort stattfindet.
  • Telepathie: Austausch von Gedanken mit einer anderen Person über eine größere Entfernung.
  • Psychokinese: die Beeinflussung von Materie durch geistige Kraft (z.B. Löffel verbiegen)
  • Kontakt, Beeinflussung oder Besetzung durch fremdanmutende Kräfte oder Wesenheiten, welches als bereichernd oder als bedrohlich erlebt werden kann.
  • Spuk-Phänomene, die auf eine Aktivität bereits Verstorbener zurückgeführt wird.

Vermischung: Die Herausforderung bei den außersinnlichen Wahrnehmungen ist, diese nicht mit persönlichen Wünschen zu vermischen, sie bewusst steuern zu können und schließlich ihnen einen stimmigen, nicht überhöhten Platz im eigenen Leben zu geben. Gelingt die Integration nicht, kann es wiederum zu Krisen kommen, wie beispielsweise bei einer "Vermischung". Hier vermischen sich außersinnliche Wahrnehmungen mit den eigenen unbewussten Wünschen und es besteht die Gefahr der Manipulation und der Entwicklung eines spirtituellen Egos.  

 

Das spirituelle Ego:

Das Ego kann alles zu seinen Nutzen verdrehen - selbst die Spiritualität. Sein persönlicher Mangelzustand wird auf die spirituelle Ebene übertragen, es manipuliert andere in seiner Umgebung - und oft sogar sich selbst. 

 

Damit das nicht passiert: 

  • Erkennen von Ego-Wünschen
  • Befreiung von Identifikationen 
  • Keine Überhöhung spiritueller Phänomene
  • Bewusste Integration
  • Erdung

Regelmäßige Erdung - Wirklich da sein: In der Tradition der Sufis wird gelehrt, dass der Weg nach "Oben" immer erst nach "Unten" führt. Das heißt: der Himmel kann sich erst öffnen, wenn wir gut verwurzelt sind und eine bewusste Verbindung zur Erde herstellen.

Im Allgemeinen ist "Erdung" eine Visualisierungs-Technik, bei der man ein Verbindungs-Symbol - wie etwa eine Baumwurzel oder einen Lichtstrahl - verwendet, der von der Basis der Wirbelsäule in den Kern der Erde hinabreicht. Durch die Erdung erlangt man ein gewisses Maß an energetischem Schutz, der insbesondere für Sensitive bei der Einstimmung auf neue Wahrnehmungen sehr wichtig ist. Gut geerdete Menschen erkennt man leicht an Ihrer Präsenz und Bodenständigkeit. Man hat das Gefühl, ihre Lichter sind an - sie strahlen von innen heraus.

Wenn du Dich aus einer geerdeten Perspektive durch Dein Leben bewegst, wirst Du den Unterschied darin feststellen, wie Dir andere Menschen begegnen. 


6. Phase der Selbstermächtigung: Seele & Schattenarbeit

Auf der Erde gehen wir den Weg in die Selbstermächtigung, wenn wir unseren Träumen, unserer Liebe mehr Energie geben als unseren Ängsten. Wenn wir unserem wahren Selbst, unserer Seele begegnen, werden wir die Macht und Kraft, die wir an andere abgegeben haben, wieder zu uns holen. Die Zeiten der Unterwerfung sind vorbei. Sich klein machen, sich verstecken hat nichts Erleuchtendes an sich.

 

Die Verbindung mit der Seele:

Wenn wir uns die Seele wie eine große Sonne vorstellen, ist jedes Leben wie ein Sonnenstrahl, das von außen immer näher an die Quelle des Lichts rückt. In der Verbindung mit der Seele erkennen Menschen, dass ihr Bewusstsein weitaus größer ist, als nur einer dieser Sonnenstrahlen. Und gleichzeitig wird ihnen bewusst, in welcher Finsternis sie bis dahingelebt haben.

 

Der Prozess der Vereinigung kann erstmal schmerzhaft sein. Wenn Verdrängtes ans Licht kommt, kann das ein Schock für die menschliche Seele sein.  

 

Alter Schmerz kommt ans Licht: Und das passiert gerade auf der Erde – wie im Kleinen, so im Großen, individuell und kollektiv. Wenn wir langsam erwachen, sind schon Teile von uns im Licht, während andere Aspekte noch im Dunkeln liegen. Ein Teil unsere Seele ist überschattet von Angst und Hilflosigkeit. 

Den Schatten umarmen: Wenn der eigene Schatten ins Bewusstsein rückt, heißt es, sich ihm liebevoll zuzuwenden und nicht abzuwenden. Erleuchtung bedeutet nicht, dass man sich allem, was in einem ist, voll bewusst ist. Aber man ist bereit, sich jedem Aspekt bewusst zuzuwenden, wenn er sich zeigt. Schattenarbeit die höchste Form der Lichtarbeit.

 

„Es gibt keine Bewusstwerdung ohne Schmerzen. Die Menschen werden alles tun, egal wie absurd, um ihrer eigenen Seele nicht ins Angesicht sehen zu müssen.“ (C.G. Jung)


7. Phase der Selbstbefreiung: Das göttliche Kind

Das göttliche Kind steht für das Ursprüngliche, für das Lebendige in uns. Es ist die Quelle von Freude, Kreativität, Kraft und Energie. Doch die meisten Menschen haben durch Verletzungen und traumatische Erfahrungen in ihren Leben zunehmend an Lebendigkeit verloren. Sie passen sich an, leben ein falsches Leben und verlieren dadurch immer mehr an Macht und Authentizität.

 

Wenn es uns gelingt, wieder den Zugang zum göttlichen Kind herzustellen, können wir Ängste und Verletzungen überwinden und zu Klarheit und Kraft von Körper, Geist und Seele zurückkehren.

 

Was dafür zu tun ist: 

  • Letzte Widerstände des Egos aufgeben
  • Alte Verletzungen annehmen & loslassen
  • Emotionaler Schmerz aus der Kindheit heilen
  • Trennungsschmerz (Ur-Schmerz) heilen

 

 „Die Tiefe der Menschenseele birgt unergründliche Kräfte, weil Gott selbst in ihr wohnt.“ (Franz von Assisi)

Nach Hause kommen: Wenn wir unsere Göttlichkeit wieder erkennen, fühlt sich das an, wie nach Hause kommen. Es erweckt in uns alte Erinnerungen an das wunderbare Gefühl von Einheit und Harmonie, die wir einst kannten ... 


8. Phase der zweiten Unschuld (Herz-Bewusstsein)

Das Herz ist das stärkste Energiefeld beim Menschen. Es besitzt die größte Reichweite und kann sich mit anderen Menschen verbinden. Die Energie der neuen Zeit ist die Energie des Herzens. Mit der Energie des Herzens zu empfangen, heißt sensibel und offen zu sein und seiner Vision treu zu sein.

Im Herz-Bewusstsein leben, heißt in Liebe und Frieden mit sich selbst zu sein.

 

Das beinhaltet:

  • Bewusst fühlen, zentriert sein
  • Energie des Herzens = Liebe & Verbundenheit
  • Selbst-Qualitäten: Freude, Humor, Integrität, Klarheit, 
  • Mitgefühl & Achtsamkeit
  • Herzfeld-Verbindungen, Seins-Beziehungen
  • Liebesschwingung aussenden

Wahre Selbstführung: Menschen im Herz-Bewusstsein leben unter der Führung ihres wahren Selbst. In Verbundenheit mit ihren Herzen und mit Humor brechen sie die alten Ego-Strukturen jetzt auch im außen auf. Ihr Leben, ihre Handlungen passen sich immer mehr der Wahrheit ihres Herzens an. So entwickeln sie sich zu integren Persönlichkeiten. Das fühlt sich leicht, frei und freudvoll an. Die Leichtigkeit ist da, weil das Herz nichts aufdrängt, wie es das Ego früher tat. Die Vorschläge des Selbst und des Herzens sind an keine Bedingungen gekoppelt oder setzen den Menschen unter Druck. Das Herz liebt einfach, egal was der Mensch tut. Selbst wenn der Mensch sich deprimiert und ärgerlich fühlt, nimmt das Herz die Empfindungen offen an und verdrängt sie nicht.