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Die Heldenreise der alten Seelen


Die Heldenreise ist eine archetypische Entwicklungsreise mit wichtigen Übergängen und Stationen im Leben. Auf der Heldenreise bewegen sich Held und Heldin zwischen den Kräften von Licht und Schatten hin und her. Sie erleben Zeiten von Übergängen - oft verbunden mit Krisen, die sehr herausfordernd sein können. Äußere Krisen setzen auch innere Entwicklungsschritte in Gang, die viele derzeit auch als "Dunkle Nacht der Seele" erleben können. Die "Dunkle Nacht der Seele" (oder eher "Die dunkle Nacht des Egos") fordert heraus, die Vergangenheit aufzuräumen, sich von alten Kindheitsmustern, Programmen und Projektionen zu befreien, um sich dann möglichst frei für einen Weg zu entscheiden, der in Richtung Seele führt.



Die Reise eines jeden Helden ist der Entwicklungsweg bis hin zur ultimativen Transformation. Der Entwicklungsweg eines Narren könnte sein, weise zu werden, der des Ängstlichen und Schwachen zur Erhabenheit und inneren Stärke zu erwachen und der Weg des Verzweifelten könnte darin bestehen, Hoffnung, Glauben und Glück auf der Reise wiederzufinden. Auf jeden Entwicklungsweg gibt es Stationen des Lichts und des Schattens, sie helfen der Seele sich zu entfalten und daran zu wachsen.


Licht und Dunkelheit auf der Reise


Die Welt, in der wir leben, ist polar aufgebaut; d.h. Licht und Dunkelheit existieren nebeneinander. Dunkelheit ist oft mit Trauma, Trennung und Unbewusstheit durchzogen - Licht mit Klarheit, Verbundenheit und Bewusstheit. Licht und Dunkelheit sind aus Sicht des Heldens weder gut noch böse - beides ist in uns angelegt und drückt sich über unterschiedliche Formen zu fühlen, zu denken und zu handeln aus. Auf der Reise des Heldens geht es darum, die beiden widerstreitenden Kräfte: Licht und Dunkelheit miteinander in Einklang zu bringen.


Die wichtigsten Stationen und Übergänge


Die folgenden Stationen und Übergänge sind aus der Metaposition (Beobachterperspektive) beschrieben und hören sich recht nüchtern an, was jedoch die Herausforderungen, mit denen wir an den Stationen konfrontiert werden können, nicht schmälern soll.


1. Geburt: Das Eintauchen in die Materie (1. Abstieg).

Mit der Geburt verlassen wir das lichtvolle Reich der Seele. Mit jeder Geburt beginnen wir einen langen Abstieg in die physische Atmosphäre und landen schließlich in der Materie, in der jedes Wesen vom anderen getrennt erscheint. 



Herausforderung: Die erste Trennung. Hier kann es zu einen Geburtstrauma kommen.


2. Die ersten Lebensjahre: Das Fundament

Die Schritte, die wir in der Vergangenheit gegangen oder nicht gegangen sind, haben uns zu dem gemacht, der wir heute sind. Fundamental wichtig sind die ersten 5 Entwicklungsschritte bis zum 6 Lebensjahr, die wir alle von 0-100 % durchlaufen sind.



Herausforderung: Werden die Schritte in der frühen Kindheit gestört, kann sich das Kind nicht im Fluss seiner Lebendigkeit entwickeln. Hier findet man das frühe Entwicklungs- und Bindungstrauma, welches weit verbreitet ist und unter denen viele Menschen (unbewusst) leiden. 


3. Kindheit: Das Lebensthema - der rote Faden

Lebensthemen sind Erfahrungen aus den ersten 10 – 12 Lebensjahren, die oft mit selbstbegrenzenden Devisen (wie z.B. „Ich bin ein rationaler Mensch“) oder Glaubenssätzen (wie z.B. „Menschen kann man nicht trauen.“) einhergehen. 



Herausforderung: Lebensthemen ziehen sich wie ein roter Faden durch unser Leben. In Krisen- und Übergangszeiten kommen sie meist überdeutlich zum Vorschein. Hier ist der mutige Held gefragt, genau hinzuschauen, bei sich zu bleiben und dann den roten Faden zu lösen.  


4. Pubertät: In der Pubertät geht es noch tiefer in die Materie (2. Abstieg). In dieser Zeit gibt es viel Rebellion, Unsicherheit und Identitätskrisen, aber auch Neugier, Begeisterung. Hier entdeckt man seine Originalität, seine Individualität und hat Träume, was man später alles machen und erreichen will.



Herausforderung: Die Zeit der Pubertät ist eine verwirrende Zeit. Hier bilden sich oft widerstreitende Persönlichkeitsanteile in der Psyche, wie z.B. der innere Rebell, der Träumer etc., auch süchtiges Verhalten beginnt oft in dieser Zeit.


5. Das Erwachsenalter ist der physische Höhepunkt des Lebens. Aus Sicht der Seele ist es der tiefste Punkt in die Materie (3. Abstieg). In dieser Zeit glauben viele Menschen die Realität bestehe nur aus Materie. Die Fixierung und Identifizierung mit den materiellen Dingen sind teilweise so stark, dass sich das Leben nur noch um Geld verdienen, Besitz, sozialer Status und harte Arbeit dreht.



Herausforderung: Die Entfernung vom Reich der Seele und die Dunkelheit ist hier am Größten. Wenn es Spiritualität in dieser Zeit gibt, dann basiert sie meist auf traditionelle Glaubensrichtungen und Religionen. Die Midlife-Crisis kündigt in der Regel das Ende dieser Lebensphase an.


6. Älter werden: Auf dem Rückweg

Wenn wir älter werden, geht der natürliche Weg wieder nach „oben“, zurück zur Seele. Man wird zwar mit der zunehmenden Zerbrechlichkeit des physischen Körpers konfrontiert, doch wenn man den Alterungsprozess nicht widersteht und keine Angst davor hat, findet ein stufenweiser Aufstieg zurück zur Quelle statt.



Herausforderung und Chance: Die Vergangenheit aufräumen, wichtiges klären und das fröhliche Kind in sich wieder oder neu entdecken.  


7. Abschiednehmen: Weiser Rückblick

Vor dem Sterben durchlaufen wir eine Phase des Abschiednehmens und der Trauer. Das kann sich nochmals schwer anfühlen, es kann aber auch ein Licht darauf werfen, wer wir sind, was wir erreicht haben und wieviel Liebe wir gegeben und empfangen haben.



Universale Liebe: Die Liebe, die uns mit anderen verbindet, ist unsterblich. Das einzige was wir mitnehmen können ist die Liebe.


8. Bewusstes Sterben: Der letzte Übergang
Wenn das letzte Loslassen geschieht – wird der Kampf im Leben durch Ruhe, manchmal sogar Humor und inneren Frieden abgelöst. Das bewusste Sterben ist von einer so intensiven Lebendigkeit und tiefen Schönheit begleitet, dass es fühlbar für die Menschen ist, die beim Sterbenden anwesend sind und ihn durch den Sterbeprozess begleiten.



Seelenführer: Der Körper stirbt, doch unsere Essenz bleibt bestehen. Die Frage, die der Seelenführer beim letzten Übergang stellt: "Bist du deinem Herzen gefolgt? Hast du dein mitgebrachtes Seelenpotential entfaltet und mit anderen geteilt?" 


Die neue Heldenreise als Vision


Die Heldenreise der alten Seele ist ein Erkenntnisweg. Sie hilft uns im Rückblick, wie in einem Film zu erkennen, an welchen Stationen im Leben wir zum Licht und an welchen in die Dunkelheit abgebogen sind. Ein Held zu sein bedeutet, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein, seiner Seelenmission zu folgen und gleichzeitig seine Grenzen zu wahren - und die der anderen.

9. Visionsbild 7D: die neue Heldenreise

Die Seelenmission einer alten Seele könnte sein, das Herz-Bewusstsein auf der Erde zu verbreiten. Die Erfahrung, die wir in 3D gemacht haben, hilft Entscheidungen zu treffen und sich nicht mehr hinters Licht und in die Angst führen zu lassen. 



Zu Hause sein: Mit den einem Fuß in der menschlichen Gesellschaft und mit den anderen Fuß in der 7. Dimension. Erinnere Dich, woher deine Seele kommt. Die 7. Dimension ist das Christusbewusstsein, wo Mitgefühl, Stille und Frieden vorherrschend sind. 


Mythos Heldenreise nach Joseph Campbell


An dieser Stelle empfehle ich auch die Heldenreise von Joseph Campbell, welche er in seinem bahnbrechenden Werk: „Der Heros in tausend Gestalten“ mit 16 Stationen beschrieben hat. Campbell hat die Grundstruktur und den Mythos aller Heldenreisen auf den Punkt gebracht – hier die Heldenreise im Schnelldurchlauf: 

Die Reise: Ruf zum Abenteuer Aufbruch, Begegnung mit einem Mentor, Gefährten finden, erste Prüfung, Entscheidungsschlacht, Rückkehr.
Der Sinn: Aufgabe im Leben erkennen, sich den Herausforderungen stellen, daran wachsen und schließlich sein eigenes Potential zu entfalten.
Zentrale Themen dabei sind Initiation, Selbstverwirklichung, Reifeprozesse und seelisches Wachstum

Hinweis: Initiationen und Rituale an den Übergängen haben wir in unserer westlichen Kultur weitgehendst verloren. Hier kann man sich von anderen Kulturen inspirieren lassen. Das Ritual sollte aber individuell angepasst sein - wir können es auch selber kreativ und inspiriert gestalten. So wird es immer mehr zu deinen Weg, wenn du ihn gehst. Joseph Campbell schrieb dazu: "Wenn du deinen Weg Schritt für Schritt vor dir siehst, kannst du sicher sein, dass es nicht dein Weg ist. Deinen eigenen Weg erschaffst du, indem du ihn Schritt für Schritt gehst. Darum ist es dein Weg."

 

Alte Seelen:  Joseph Campbell sagte „Für den jungen Menschen gilt es leben, für den alten sterben zu lernen“. Sterben lernen, bedeutet, schon zu Lebzeiten das innerliche Ablösen und Loslassen üben. Beim Ablösen achten wir mehr auf die Essenz, die hinter dem Wahrnehmbaren liegt. Wir urteilen nicht zu schnell über andere und erzeugen auf diese Weise kein neues, unnötiges Drama. Stattdessen schöpfen wir Kraft aus dem gegenwärtigen Moment, aus den einfachen Dingen des Lebens und kommen dabei immer mehr in Verbindung mit der Seele, die in uns zur Quelle führt.

Copyright: Sylvia Römer 


Zur aktuellen Friedenspost für Dezember 2020: "Die Heldenreise der alten Seelen ... geht nach oben"


Die Heldenreise 50 +

findest du in meinem Angebot - hier zum Download


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Wegbegleitung mit Heldenreise 50+_SRömer
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Inhalt: 1. Coaching und Wegbegleitung - für Best Ager / 2. Die Heldenreise 50 + / 3. Übergangsrituale / 4. Aus der Glücksforschung / 5. Der Segen des Alters / 6. Der letzte Übergang / 7. Coach oder persönlicher Begleiter? / 8. Persönliche Checkliste / 9. Sind Sie interessiert? Ein paar Worte zu mir


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Coaching und Wegbegleitung BestAger_SRöm
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Inhalt: 1. Coaching und Wegbegleitung - für Best Ager /2. Coach oder persönlicher Begleiter? / 3. Persönliche Checkliste / 4. Sind Sie interessiert? Ein paar Worte zu mir


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